Öfföff im Offline

Leider war ich wegen einiger … Dinge schon wieder out of order. Stellvertretend für allerlei ähnlich Lahmlegendes — jedes für sich unbedeutend, aber in der Summe doch too much — soll nur die jüngste Begebenheit dienen: Da wäre unter anderem “meine” Bügelwäsche. Als ich nämlich vor einiger Zeit bügeln wollte, brach mein altersschwaches Bügelbrett unter dem Hauch eines Stofftaschentuchs (mit zarter Häkelbordüre in Silbergrau) zusammen. Ein Bein an einer Schweißnaht einfach verrostet und gebrochen! Und das nach nur zwanzig Jahren. Immerhin, eine kleine Recherche ergab, dass der A-Discounter bald ein Neues hergeben würde. Sogar größer, stabiler, moderner, mit Stromanschluss — oh wow!! Must have! Wo ich doch so gerne bügele …

Zwischenzeitlich bereitete leider die Waschmaschine Kummer. Sie machte plötzlich einen Höllenlärm. Ohne Übertreibung: wie zehn Frankfurter Flughäfen, man stelle sich dies in einem Minibad mit Fliesenspiegel bis unter die Decke vor. Da die Maschine erst zweieinhalb Jahre jung ist, beauftragte ich einen Fachmann, der alles in Ordnung bringen sollte.

Wie auch immer, am Montag musste ich mich morgens also sputen, um das Bügelbrett zu erwerben, damit ich rechtzeitig zurück bin, wenn der Elektriker kommt. Sprint zur Garage … Mir fiel sofort auf, dass das gewöhnlich blinkende rote Lämpchen der Zentralverriegelung heute auf Dauerleuchten stand. Oh oh … Die Zentralverriegelung summte auch nicht zur Begrüßung. Innen kein Licht, kein Radio. Anlasser? Eh klar, oder? Warum nur war die Batterie leer?? Die üblichen Verdächtigen konnte ich rasch ausschließen. Hmm … Mist, und wie komme ich jetzt an mein Bügelbrett?

Nicht lange überlegt, sondern aufs Rad geschwungen, zum Discounter geradelt, zu den Angeboten gesprintet … Oha, ganz schön groß die Dinger. Ohaoha, ganz schön schwer auch. Kurz wurde ich nachdenklich, kam aber zu dem Schluss, dass auch knapp zwei Kilometer nur aus weniger als zweitausend Metern bestehen. Gebongt! Als ich kurz darauf mit dem Bügelbrett rauskam und damit zum Fahrrad ging, sprach mich eine Frau an: “Das ist jetzt nicht Ihr Ernst, oder?” Ich so: “Joa, doch doch.” Und sie: “Das lasse ich mir nicht entgehen, das gucke ich mir an.” Guckt die mir auch noch zu! Zuschauer, sowas kann ich dann ja gut gebrauchen …

Auf Lenker und Sattel abgelegt ging die Reise — das Rad logischerweise schiebend (nicht über dem Kopf balancierend) — los. Lenken war nahezu unmöglich, wegen der starren Verbindung. Setzte ich mich richtungsweisend mit dem Lenker durch, rutschte das Bügelbrett entsprechend seitlich vom Sattel. Interessant wurde es am Anstieg zur Brücke über die S-Bahnlinie, noch besser beim Abstieg, denn das Gewicht gab dem Rad ordentlich Antrieb und ein Abbremsen war, wegen der den Bremshebel abdeckenden Bügelfläche, nicht sehr effektiv. Spannend wurde es auf halber Abhöhe als mein Handy klingelte, ich es aus der Jackentasche fischte und mein Mann mich vergnügt fragte, ob ich schon glückliche Besitzerin eines neuen Bügelbretts sei. Links das Handy und rechts glitt das Bügelbrett langsam vom Sattel in Richtung Straße, während ich mäßig glücklich ins Handy hauchte: “Besitzerin, ja, aber ich transportiere es gerade mit dem Rad nach Haus, weil … Batterie leer.” Und statt dass er mich bedauert oder für meine Tatkraft bewundert, klagt er über die schlechte Nachricht mit dem Auto! Tsss … Nein, stimmt nicht, er bedauerte mich tatsächlich, was aber meine kleine Erzählung an dieser Stelle unerwartet unrund macht, oder? Oder?? Egal, diese Aktion verschlimmerte meine Beschwerden an der HWS beträchtlich, und Sitzen (vor dem Monitor, oje) war erneut unerträglich –> … und wieder Offline, juchu :-(

Ach so, ja dann: Der Elektriker, überpünktlich! Er überprüfte die Waschmaschine, während ich draußen vor der Badtür stand (Bad so klein, passt nur einer rein wenn Bullauge auf). Als Reaktion auf meine langatmigen Beschreibungen — des Waschmaschinenverhaltens, meiner pfiffigen Aktion mit der Fremdkörperfalle, meiner Erzählung vom austretenden Siffwasser — kam von drinnen immer nur “murmelmurmel” oder “brummelbrummel”. Also fragte ich zuversichtlich: “Was kann man da machen?” Der Elektriker schaute erstaunt durch den Türspalt: “Machen? Nichts. Trommellager. Kaputt. Totalschaden.” Und ich so: “Neeeein! Das ist doch nicht wahr?! Die ist neu, quasi!”

Tjoa … fünfzig Euro für den Elektriker los, inzwischen — nach zwei Wochen Zwangsurlaub vom Wäschewaschen — Berge von Schmutzwäsche (allein meine Sportkleidung … *örks*), keine Waschmaschine, kein Auto mit dem man zum Waschsalon fahren könnte, somit auch keine sauber duftende, knittrige Kleidung. Aber immerhin: ein tolles Bügelbrett ist mein!

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