Wie oft schon träumte ich mich einem fantastischen Naturschauspiel beiwohnend. Manchmal hatte ich eine Kamera dabei, konnte einen wundervollen Moment bannen und wachte dann doch mit leeren Händen auf. Anders in dieser Nacht. Deshalb kann ich einen echten Einblick gewähren – vergangene Nacht im Traum geknipst:
Es war so:
Ich finde mich auf einem Fluss. Die Sonne versinkt mit leuchtendem Farbenspiel. Vom Ruderboot aus schaue ich diesem staunend zu. Hinter mir sitzt ein Mann; er rudert uns den Fluss entlang. Ich kenne ihn; selbstverständlich sitzen wir in einem Boot. Im Alter von vier Jahren waren wir miteinander befreundet und bereiteten Klöße aus Sand und Heizöl – vielleicht daher das Gefühl der Verbundenheit. Er heißt Axel – obwohl er wirklich nicht Axel heißt, ich eigentlich gar keinen Axel kenne, der so aussieht; und doch ist es so und ich muss gar nicht darüber nachdenken. Begleitet ist alles von dem Empfinden einer schön gemächlichen Bootsfahrt. Als sich eine viele Meter hohe Silhouette über den Fluss beugt und wieder zurück, und diese Bewegung monoton wiederholt, ziehe ich die Kamera aus meiner Jackentasche, um eine Aufnahme davon zu machen. Doch die Bootsfahrt ist — nanu? — viel zu rasant. Noch ehe ich fokussieren kann, bin ich unten durch. Ungeduldig rufe ich nach hinten: „Mach doch mal langsamer, ich will ein Foto machen!“ Dieser Augenblick wiederholt sich zwei oder drei Mal und lässt eine leichte Irritation ins Bewusstsein dringen, die die Frage mit sich bringt, was an diesem bewegten Scherenschnitt so sehenswert und interessant sein soll, dass ich unbedingt eine Aufnahme davon machen muss? Und doch ist es so, und doch spüre ich hinter diesem eintönigen Hin und Her eine gute und starke Energie, die ich länger betrachten und dann begreifen möchte. Es ist so schön.
~ Traum Ende ~
Erkennt jemand, wer sich hinter diesem Schattenriss verbergen könnte?
Mich erinnert er an den Hammering Man, der hier in Frankfurt am Messeturm steht.
